Der WASDE-Report (World Agricultural Supply and Demand Estimates) wird vom US Department of Agriculture (USDA) monatlich veröffentlicht.
Der Report beschreibt die weltweite und USA-bezogene Schätzung und Prognose von Angebot und Nachfrage, bzw. Lagerbeständen in der Landwirtschaft. Da die meisten Rohstoffe an den US-Börsen gehandelt werden, sind diese Informationen für uns sehr wichtig, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Preisbewegungen von Agrarrohstoffen haben können. Rohstoff-Händler nutzen diese Infos um Trends zu erkennen. Der WASDE-Report wird von vielen Marktteilnehmern, z.B. Commercials und Non-Commercials genau beobachtet. Änderungen in der Schätzung der Lagerendbestände können zu Reaktionen und hoher Volatilität führen.
Die angegebenen Daten auf der X-Achse kennzeichnen das Daten des Veröffentlichungsmonats, die Daten auf der Y-Achse die Mengenangabe der Endbestände des jeweiligen Rohstoffes.
Das sind Millionen Metric Tonnen bei: Weizen, Mais, Reis und den Sojaprodukten. Tausend Metric Tonnen in Zucker und in Baumwolle lautet die Mengenangabe Million 480-Pfund-Ballen, (ein 480 Pfund Ballen ist ca. 228 KG schwer). Schaue Dir im Einzelnen die Lagerendbestände an:

El Niño verstärkt sich weiter (NOAA Update vom 08.10.2026)
Die Wahrscheinlichkeit eines historisch starken El Niño im Zeitraum Oktober bis Dezember 2026 liegt bei 83 %. Ein starkes bis sehr starkes Ereignis wird zudem mit einer Wahrscheinlichkeit von über 83 % bis Januar–März 2027 erwartet. Eventuell betroffene Rohstoffe: Zucker, Kaffee, Kakao und Getreide. Für Trader: El Niño ist ein wichtiger fundamentaler Beobachtungsfaktor, aber kein automatisches Kauf- oder Verkaufssignal. Entscheidend sind die tatsächlichen Wetterfolgen, die Angebotsprognosen und die Bestätigung durch COT-Daten und Preisstruktur.
Hinweis zum WASDE-Report:
Die Veröffentlichung neuer WASDE-Daten sollte nicht automatisch als unmittelbares Kaufs- oder Verkaufssignal interpretiert werden. Entscheidend ist nicht nur, was die USDA-Daten zeigen, sondern auch, inwieweit diese Informationen vom Markt bereits eingepreist wurden. Da wir nicht wissen, welche Erwartungen und Positionierungen bei den Commercials und Trendtradern bereits im Markt enthalten sind, kann eine fundamental bullishe Nachricht beispielsweise trotz guter Daten zu fallenden Preisen führen – oder umgekehrt. Daher sollte die Marktreaktion nach der Veröffentlichung immer gemeinsam mit den unserem Regelwerk betrachtet werden und dient nur als Hintergrund Information über die Märkte.


Auch die weltweiten Maisendbestände steigen auf 280,44 Mio. Tonnen.
Der prognostizierte Average Farm Price für US-Mais wird um 0,10 USD auf 4,70 USD je Bushel gesenkt.






Rinder (Live Cattle / Feeder Cattle)
Die US-Rindfleischproduktion wird für 2026 und 2027 gesenkt, da weniger Schlachtungen bei Ochsen und Färsen sowie geringere Schlachtgewichte erwartet werden; für 2027 spielen auch niedrigere Feedlot-Platzierungen eine Rolle. Die Rindfleischimporte steigen, insbesondere durch höhere Lieferungen aus Australien; die USDA-Preisprognosen für Rinder bleiben für 2026 und 2027 unverändert.
Schweine (Lean Hogs)
Die US-Schweinefleischproduktion wird für 2026 und 2027 reduziert, weil ein langsameres Schlachttempo und geringere Schlachtgewichte erwartet werden; der niedrigere Ferkelbestand und geringere Abferkelabsichten deuten zudem auf weniger Schlachtungen im ersten Halbjahr 2027 hin. Die USDA senkt ihre Schweinepreisprognosen für den Rest von 2026 und das erste Halbjahr 2027 wegen der anhaltenden Schwäche beim Pork Cutout; die Exportprognosen werden ebenfalls reduziert.
Milch (Class III)
Die US-Milchproduktion wird für 2026 und 2027 leicht nach unten korrigiert, da sowohl der Kuhbestand als auch die erwartete Milchleistung je Kuh niedriger ausfallen. Die Käsepreise sinken. Zwar steigen die Molkepreise, weil die Nachfrage nach Proteinen hoch ist, aber dieser Anstieg reicht nicht aus, um den Preisrückgang bei Käse auszugleichen. Deshalb senkt die USDA ihre Class-III-Preisprognose.
Trading-Einordnung: Rinder erhalten Unterstützung durch das geringere Angebot, bei Schweinen bleibt der WASDE klar bearish für die Preise. Bei Milch ist das Bild geteilt: Class III bearish, Class IV eher bullisch.
