Der WASDE-Report (World Agricultural Supply and Demand Estimates) wird vom US Department of Agriculture (USDA) monatlich veröffentlicht.
Der Report beschreibt die weltweite und USA-bezogene Schätzung und Prognose von Angebot und Nachfrage, bzw. Lagerbeständen in der Landwirtschaft. Da die meisten Rohstoffe an den US-Börsen gehandelt werden, sind diese Informationen für uns sehr wichtig, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Preisbewegungen von Agrarrohstoffen haben können. Rohstoff-Händler nutzen diese Infos um Trends zu erkennen. Der WASDE-Report wird von vielen Marktteilnehmern, z.B. Commercials und Non-Commercials genau beobachtet. Änderungen in der Schätzung der Lagerendbestände können zu Reaktionen und hoher Volatilität führen.
Die angegebenen Daten auf der X-Achse kennzeichnen das Daten des Veröffentlichungsmonats, die Daten auf der Y-Achse die Mengenangabe der Endbestände des jeweiligen Rohstoffes.
Das sind Millionen Metric Tonnen bei: Weizen, Mais, Reis und den Sojaprodukten. Tausend Metric Tonnen in Zucker und in Baumwolle lautet die Mengenangabe Million 480-Pfund-Ballen, (ein 480 Pfund Ballen ist ca. 228 KG schwer). Schaue Dir im Einzelnen die Lagerendbestände an:
Hinweis zum WASDE Report:
Der WASDE-Bericht berücksichtigt nur die Handelspolitik, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Kraft ist. Wenn kein offizielles Enddatum angegeben ist, geht der Bericht außerdem davon aus, dass diese in Kraft bleibt.
Im WASDE-Report des USDA endet das Erntejahr für die meisten US-Agrarrohstoffe im April. Das bedeutet, dass die Daten, die im April veröffentlicht werden, das Ende des Erntejahres für die Lagerbestände, Produktion und Erntemengen die jeweiligen Rohstoffe widerspiegeln.
Zum besseren Vergleich mit den vergangenen Monaten sind die Daten ab Monat Mai (neues Erntejahr) in Farbe Orange dargestellt. Die Daten in der Farbe blau zeigen das gerade beendete Erntejahr.
El Niño verstärkt sich deutlich
Das aktuelle September-Update (10.09.2026) der NOAA bestätigt eine weitere Verstärkung des El-Niño-Phänomens. Für den Herbst und Winter 2026/27 wird mit einer über 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein sehr starkes El Niño erwartet, was die Wetterrisiken in wichtigen Agrarregionen erhöht. Besonders für die Märkte von Zucker, Kaffee und Kakao könnte das verstärkte El-Niño-Phänomen von Bedeutung sein, während auch bei Sojabohnen und anderen Agrarrohstoffen mit einer erhöhten Wettervolatilität zu rechnen ist.
Hinweis zum WASDE-Report:
Die Veröffentlichung neuer WASDE-Daten sollte nicht automatisch als unmittelbares Kaufs- oder Verkaufssignal interpretiert werden. Entscheidend ist nicht nur, was die USDA-Daten zeigen, sondern auch, inwieweit diese Informationen vom Markt bereits eingepreist wurden. Da wir nicht wissen, welche Erwartungen und Positionierungen bei den Commercials und Trendtradern bereits im Markt enthalten sind, kann eine fundamental bullishe Nachricht beispielsweise trotz guter Daten zu fallenden Preisen führen – oder umgekehrt. Daher sollte die Marktreaktion nach der Veröffentlichung immer gemeinsam mit den unserem Regelwerk betrachtet werden und dient nur als Hintergrund Information über die Märkte.

Welt: Die globale Produktion und die Endbestände steigen, während der Welthandel leicht zurückgeht.
Preis: Die USDA hebt den erwarteten US-Erzeugerpreis um 20 Cent auf 6,40 $/bu an, gestützt durch die bisherigen Preise und höhere Corn-Preise.

Welt: Die weltweite Maisproduktion und die weltweiten Endbestände werden für das Erntejahr 2026/2027 reduziert, die Welt-Endbestände sinken um 2,6 Mio. t auf 272,1 Mio. t – insgesamt bullish.
Preis: Die USDA hebt den erwarteten US-Erzeugerpreis für Mais deutlich um 30 Cent auf 4,80 $/bu an.

Welt: Die globale Versorgung steigt, während Verbrauch und Handel zurückgehen und die Endbestände deutlich auf 196,99 Mio. t steigen – insgesamt bearish.
Preis: Die USDA belässt die Preisprognose unverändert bei 14,90 $/cwt.

Welt: Die weltweiten Endbestände steigen von 69,69 auf 69,86 Mio. Ballen → leicht bearish.
Preis: Die USDA hebt den erwarteten US-Erzeugerpreis von 75 auf 78 ct/lb. an. Insgesamt neutral.

Welt: Die globale Sojaproduktion steigt nur marginal auf 442,3 Mio. t, während Exporte und Verarbeitung zunehmen und die Endbestände leicht auf 124,02 Mio. t sinken – insgesamt leicht bullish.
Preis: Die USDA hebt den erwarteten US-Sojapreis deutlich von 11,40 auf 12,00 $/bu an.



Preis: — Die sinkende US-Versorgung und die Stocks-to-Use-Ratio von nur 13,5 % sind jedoch klar bullish.
Rindfleisch / Live Cattle
USA: Die US-Rindfleischproduktion wird für 2026 und 2027 reduziert, unter anderem wegen geringerer Schlachtungen und niedrigerer Schlachtgewichte. Historisch niedriger Herdenbestand.
Preis: Die USDA senkt die Rinderpreisprognosen für Q3/Q4 2026 wegen schwächerer Schlachtbetriebe-Nachfrage und führt die niedrigeren Prognosen bis Ende 2027 fort.
Schweine / Lean Hogs
USA: Die US-Schweineproduktion wird für 2026 und 2027 wegen langsamerer Schlachtungen und geringerer Schlachtgewichte reduziert.
Welt: Die US-Schweineexporte werden für 2026 und 2027 wegen schwächerer Nachfrage und zunehmender globaler Konkurrenz reduziert.
Milch / Class III
USA: Die gesamte US-Milchproduktion wird für 2026 und für 2027, weil sowohl Kuhbestand als auch Milchleistung höher angesetzt wurden
